Doping im Spamfilter

Ob ich will oder nicht, Angebote für Viagra oder RedBull etc. treffen in den unterschiedlichsten Schreibweisen ein - unaufgefordert. Lästig.

Früher kamen pro Nacht zwei oder drei Faxe, auf denen Schuhputzmaschinen oder künstliche Palmen angeboten wurden. Wie schnell waren die damals aussortiert! Heute sind es mindestens dreihundert, sie kommen per eMail und heißen Spam. Es wird zwar kein Papier mehr dafür verschwendet, aber viel zu viel Zeit, die an anderer Stelle wesentlich sinnvoller genutzt werden könnte.

Vor einigen Tagen erklärte mir jemand am Telefon, ich dürfte ihm kein eMail senden, denn dies könnte er unmöglich in der Fülle unerwünschter Zusendungen finden. Daraus ergab sich ein Gespräch über Spamfilter und wie ich damit umgehe.

Sicher wäre es das einfachste, alles zu löschen, was sich darin sammelt. Doch kommt es gelegentlich vor, daß sich, aus welchen Gründen auch immer, die Nachricht eines Kunden darin verirrt. Also habe ich mir eine simple Methode ausgedacht, den Inhalt des Spamfilters effizient zu prüfen.

Meine Einstellung sortiert den Betreff alphabetisch und zeigt 100 Nachrichten in einem Fenster. Neuerdings fangen viele Nachrichten im Betreff mit Zahlen an, denen schenke ich gar keine nähere Beachtung. Nur wenn sich die Buchstabenfolge sichtlich ändert, riskiere ich einen näheren Blick, ob sich zwischen anderthalb Seiten “Potenz”, zwei Seiten “Man lebt nur einmal”, mehreren Seiten “Hauptpreis für ein Auto” und dem vielzitierten “Doping” ein wirklich wichtiges Mail befindet.

Bevor ich jedoch eine Nachricht anklicke, die z.B. den nichtssagenden Betreff “Angebot” trägt, schaue ich mir den Namen des Absenders und die eMail Adresse an.

Heute morgen habe ich auf die Uhr gesehen, weil es mich schon längst interessiert hat, wieviel Zeit ich täglich für den Spamfilter brauche. Montags sind es wegen des Wochenendes deutlich mehr als sonst.

Es waren 1565 Nachrichten, für die ich knapp sechseinhalb Minuten aufgewendet habe bis sie gelöscht waren.

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